Was ist Homöopathie?

Jeder kennt diesen Begriff, viele haben schon einmal von erstaunlichen Heilerfolgen gehört, die mit dieser Methode erzielt werden. Dennoch wissen nur wenige, was sich dahinter verbirgt.
Häufig begegnet man der Meinung, die Homöopathie sei ein Überbegriff oder Sammelbecken verschie-denster alternativer Heilmethoden. Heilpraktiker, Akupunktur, Pflanzenheilkunde, Neuraltherapie, Augendiagnose .... sie alle werden oft mit der Homöopathie gleichgesetzt. Hierbei handelt es sich jedoch um Therapie- bzw. Diagnoseverfahren, die zwar häufig von Heilpraktikern angewandt werden, mit der Homöopathie jedoch nichts zu tun haben.
Die Homöopathie ist eine eigenständige Heilweise mit fast 200-jähriger Geschichte. Ausgeübt wird sie in Deutschland von Heilpraktikern und Ärzten, die sich zusätzlich zu ihrer Berufsausbildung in dieser Methode ausgebildet und eingearbeitet haben.
In ihrer Denkweise und ihrem therapeutischen Vorgehen unterscheidet sich die Homöopathie grundlegend von der Schulmedizin. Der Begriff Homöopathie leitet sich vom griechischen homoion pathos her, was soviel bedeutet wie ähnliches Leiden. So heißt denn auch das therapeutische Leitprinzip der Homöopathen:

Similia similibus curentur
Heile Ähnliches mit Ähnlichem!

Der Entdecker der Homöopathie

Am Ende des 18.Jahrhunderts wurde die Homöopathie von dem Arzt, Chemiker und Apotheker Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843) begründet.
Enttäuscht über den Zustand und die Möglichkeiten der Medizin gab er seine erst kurze Zeit bestehende Praxis wieder auf und verdiente seinen Lebensunter-halt durch das Übersetzen und Bearbeiten wissen-schaftlicher Schriften.
Als Hahnemann ein englisches Arzneimittelbuch ins Deutsche übersetze, stieß er auf die Arznei Chinarinde, die damals erfolgreich gegen Malaria eingesetzt wurde. Die Behauptung, die Heilwirkung der Chinarinde läge in ihren magenstärkenden Bitterstoffen, stellte Hahnemann nicht zufrieden.
In einem bis dahin einzigartigen Selbstversuch wider-legte Hahnemann diese Behauptung. Er nahm einige Tage etwas von der pulverisierten Chinarinde ein und entwickelte daraufhin als Gesunder malariaähnliche Symptome, die nach einiger Zeit verschwanden und jedesmal wiederkehrten, wenn er erneut das Pulver nahm. Sollte der Arzneistoff, der einen gesunden Organismus krank macht, der gleiche sein, der einen kranken Menschen, der unter ähnlichen Symptomen leidet, gesund machen? Das Ähnlichkeitsgesetz war geboren:
Wenn das Muster der Prüfungssymptome einer Arznei mit dem Krankheitsmuster eines Patienten genau übereinstimmt, ist die Heilung der Krankheit durch diese Arznei möglich.
Das Aufspüren der exakt passenden Arznei setzt viel Einfühlungsvermögen durch den Therapeuten, seine ausführliche Kenntnis der verschiedenen Arzneimittel und sein fundiertes Wissen um die Zusammenhänge der Entstehung von Krankheiten voraus. Je komplexer
eine Krankheit ist, desto höher sind die
Anforderungen an den Therapeuten und den Patienten. Besonders bei schweren und langjährigen (chronischen) Krankheiten erfordert eine endgültige Heilung Zeit und Geduld.

Die homöopathischen Heilmittel

Die krankmachende Wirkung verschiedenster Stoffe wurde in der homöopathischen Arzneimittelforschung in aufwendigen Prüfungsverfahren von Hahnemann und seinen Schülern geprüft. Die auftretenden Symptome wurden genauestens festgehalten und in sogenannnten Arzneimittellehren zusammengefaßt.
Dieses Nachschlagewerk, die Materica Medica, ent-hält heute bereits über 1000 geprüfte Substanzen aus dem Pflanzen-, Tier- und Mineralreich.
Hahnemann verdünnte zuerst die von ihm geprüften Arzneistoffe, um ihre toxische Wirkung auszuschalten. Mit dem Ergebnis der Verdünnung allein war er nicht zufrieden und begann, die verdünnten Arzneistoffe zusätzlich zu verschütteln.
Die Wirkung der Mittel wurde dadurch wesentlich er-höht und hielt länger an. Diesen Vorgang nannte er
Potenzieren. In der von ihm festgelegten Form wird diese Zubereitung bis heute nach dem homöopathi-schen Arzneimittelbuch (HAB) durchgeführt. Die in diesem Verfahren gewonnene Arznei enthält die für den kranken Organismus spezifische Information. Bei Einnahme des homöopathischen Mittels regiert der kranke Organismus auf diese Information, wenn die Muster der Arznei und des Organismus über ein-stimmen .Dadurch wird das geschwächte oder sogar blockierte Abwehrsystem befreit und die Lebens-energie des Patienten aktiviert.
Die Heilung wird nicht in Form von starken Medi-kamenten von außen übergestülpt, sondern der Körper erhält Hilfe zur Selbsthilfe.


Ilona ter Horst - Heilpraktikerin
Marktstraße 6 - 21423 Winsen Luhe